
Totti
ein europäischer Clown unter lauter Chinesen
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Totti, der mit richtigem Namen Jeany Alexis Ylich-Munoz heißt und am 03.02.1982 geboren wurde, ist der einizige aktive nichtchinesische Akteur unseres Ensembles. Warum hier nun ein Europäer in der Reihe der chinesischen Akrobaten? Handelt es sich hier etwa um Etiketten-schwindel? Nein, ganz und gar nicht! Totti ist dabei, weil richtiger Kulturaustausch keine Einbahnstraße ist und nach Auffassung des Produzenten Nach unzähligen internationalen Gastspielen unter anderem beim Circus Krone, Circo Mundial oder beim weltbekannten Circusfestival in Monte Carlo ist es |

CHEFCHOREOGRAPHIN SUN QING QING
Von der verdienten Artistin des Volkes zur modernen Repräsentantin
des jungen Chinas verwurzelt in der jahrtausend alten Kultur.
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Sun Qing Qing ist jetzt 28. Sie selber kokettiert gerne damit, dass sie schon soo alt ist, halt 28 und im gleichen Atemzug nennt sie sich die Großmutter der Schlangenmädchen. Schlangen-mädchen, ja das war eines ihrer vorhergegangenen Leben. Sie, die ihr Vater aufgrund des nicht übersehbaren Talents mit 4 Jahren in einer Tanzschule anmeldete, lernte vom 8. Lebensjahr an die Kunst des Verbiegens in einer der namhaftesten Talentschmieden chinesischer Circuskunst in der Tianjin Acrobatic Troupe of China. Kontorsion heißt dieses Fachgebiet der chinesischen Akrobatik, allen Zuschauern bekannt durch die sich dann zwangläufig stellende Frage, ob diese Artisten auf der Bühne keine Knochen hätten. In kaum einer anderen Sparte der chinesischen Akrobatik sind die Merkmale der oft zitierten Einheit von Körper, Geist und Seele so anschaulich verkörpert. Qing Qing, das ist ihr Vorname, balancierte auf dem rechten Bein eine Artistenkollegin, während sie sich selber mit dem Rumpf Ihres Körpers hinterrücks um die eigene Achse drehte, um mit dem Mund eine Rose aufzuheben, die an der Verse ihres linken Beins lag. Ja genau das und viele andere Variationen dieser Übung machte sie. Gleichgewicht, Kraft, Ausdauer und dazu noch eine tänzerisch poetische Präsentation dieser Übung sind Bestandteile dieses Genres. Das dieses ein jahrelanges intensives und hartes Training vorausgesetzt hat, versteht sich fast von selbst. 8 Jahre lang wurde sie in allen Sparten der Akrobatik ausgebildet. Täglich außer Sonntags waren im Alter zwischen 8 und 16 Jahre zwischen früh morgens und abends diverse Trai-nings- und Klassenräume in einem Leistungszentrum der chinesischen Metropole Ihr Zuhause. Entbehrun-gen, Rückschläge und sicherlich auch Tränen und Schmerz waren genauso Ihre Begleiter in dieser Zeit wie der unbiegsame Wille, eine perfekte Künstlerin zu werden, das Publikum zu verzaubern und natürlich die "Beste" in Ihrem Fachgebiet zu sein. Hätte es zu diesem Zeitpunkt schon T-Shirts gegeben mit dem Slogan: "Das Leben ist kein Ponyhof", hätte Qing Qing sicher eines getragen. Die Teilnahme an internationalen und nationalen großen Wettbewerben mit einer Kontorsionsnummer folgte. Getrieben von der stetigen ehrgeizigen Maxime, dass nur Gold glänzt, war in den ersten Jahren die Trauer groß, als man bei diesen internationalen Wettbewerben nur den 2. Platz im Vergleich mit der ganzen Welt machte. Hartnäckigkeit und Ausdauer wurden dann final jedoch belohnt und man gewann auch Gold. So wurde Sun Qing Qing dann ein "Second grade Artist" der Volksrepublik China, was durchaus eine elitäre Stellung im gesellschaftlichen System zur Folge hatte. Unbeeindruckt von solchen Posten und Auszeichnungen entwickelte sich Qing Qing weiter getrieben von dem steigen Ehrgeiz und Willen, ein immer größer werdendes Publikum zu begeistern. Sie machte additiv zu Ihrer Artistenlaufbahn eine Ausbildung zur Yoga Meisterin, erlernte Kung Fu, studierte Tanz und Maskenbild und ging bei einem Meister des Bogenschies-sens in die Lehre, um auch diese Kunst zu erlernen. Dazwischen Gast-spiele in Europa, den USA, Japan, Korea, Nord Korea, Australien und den Fiji Inseln. Vielleicht kokettiert Sie ja mit Recht. Lässt man das Erlebte Revue passieren, muss man sich zwangsläufig alt fühlen. Andere Menschen benötigen für das von Ihr Erlebte sehr wahrscheinlich zwei oder drei Leben. Glücklich sind wir, da Sie nun schon im dritten Jahr Ihre Erfahrung und Ihr Können ganz in den Dienst des Chinesischen Nationalcircus stellt. Ihre Choreographien verbinden Tradition und Moderne und schaffen es immer wieder aufs Neue, auch mit einer Akrobatiknummer spannende Einblicke in die chinesische Kultur zu vermitteln. |

DIE HEIMAT UNSERER CHINESISCHEN FREUNDE
Shenyang - Tianjin - Hefei – Weihai
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Shenyang Die Heimat der begnadeten Künstler Der Großteil unseres aktuellen Ensembles 2009 - 2010 kommt von der renommierten Artistikschule aus Shenyang. Die 8 Millionen Einwohner Metropole Shenyang ist als größte Stadt im Nordosten Chinas der politische, wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt der Provinz Liaoning. Shenyang ist eine alte Stadt mit einer mehr als 2000 jährigen Geschichte und heute ein sehr bedeutender Industrieort. Sie ist unter anderem die Geburtsstadt der Qing Dynastie (1644 - 1911) und besitzt noch ein großes kulturelles Erbe, welches den Wohlstand von Chinas letzter Feudal- Dynastie dem Besucher aufzeichnet. Das berühmteste Monument aus dieser Zeit ist der Shenyang Imperial Palast, der kaiserliche Palast. Als gastgebende Stadt für die "International Horticultural Exposition" im Jahr 2006 und als Austragungsort der Fußballwettkämpfe während der Olympischen Spiele 2008 geriet sie in den Fokus weltweiter Aufmerksamkeit. Das Klima ist zum größten Teil des Jahres relativ trocken mit Regengüssen in den Sommermonaten unter den Einflüssen der Monsune. Die Temperaturen variieren höchstens 10°C zwischen Tag und Nacht und im Winter stürzen sie weit unter die 0°C. |
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Tianjin Logistikzentrum mit europäischem Einfluss Vier unserer begnadeten Künstler kommen aus Tianjin, einer der wichtigsten Hafenstädte der Volksrepublik China. Tianjin ist eine 11 Millionen Metropole, die direkt der Hauptstadt Peking unterstellt den Status einer Provinz innehat. Ihre Geschichte vom Fischerdorf zur modernen Handelsmetropole reicht viele Jahrhunderte zurück und, obwohl Tianjin heute den größten Außenhandelsseehafen in Nordchina hat, ist sie bekannt für ihre gut erhaltene Kultur in den Bereichen Neujahrsmalerei, der farbigen Lehmbildhauerei, Drachen, Ziegelschnitzerei und Teppiche. Tianjin beherbergt außerdem zahlreiche Theater-, Opern- und Konzerthäuser. Beispielsweise bietet das Guangdong-Gildenhaus, in dem Peking-Opern aufgeführt werden, bis zu 800 Zuschauern Platz und ist überwiegend aus Holz gebaut. Besonders sehenswert sind vor allem die Straßenzüge in der früher streng nach nationaler Zugehörigkeit aufgeteilten Altstadt mit ihren Gebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, wo zumeist europäische Stile, etwa elegante Chateaus und Türme der Franzosen, bayrische Villen aus rotem Backstein und britische Herrenhäuser Seite an Seite mit den Beton- und Glasbauten des wohlhabenden China von heute stehen. In dem führenden Logistikzentrum 50 Kilometer von der Küste entfernt, herrscht gemäßigtes, kontinentales Klima mit heißem, feuchtem Sommer und kaltem, trockenem Winter mit viel Wind aus der Inneren Mongolei. |
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Hefei Stadt der Bildung und Forschung Hefei ist die Hauptstadt und das politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum der Provinz Anhui. Unter den 4,5 Millionen Einwohnern von Hefei lebt auch unser Nesthäkchen der Truppe, das 16-jährige Ausnahmetalent Li Shuang. Neben ihrer Stellung als Industriestandort der Automobil-, Textil-, Stahl- und chemischen Industrie hat sich Hefei auch als Bildungsstadt mit einem knappen Dutzend Universitäten einen Namen gemacht, die Stolz ist auf ihre Talente, die sie früher wie heute hervorbringt.Die bekanntesten sind der gerechte Urteile fällende und sehr respektierte Beamte Fürst Bao aus Zeiten der Nördlichen Song Dynastie (960 -1127) und der erste Nobelpreisträger Chinas, der ortsansässige Physiker Yang Zhenning.
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Der herausragenden Persönlichkeit Fürst Bao (999- 1062) wurde ein Gedenktempel errichtet mit einer neun Meter großen sitzenden Statue und dem "Honigbrunnen". Die Legende der steinernen Inschrift an der Wand besagt, dass ein korrupter Beamter schreckliche Kopfschmerzen haben wird, sobald er Wasser aus dem Brunnen trinkt, während es ehrlichen und herzlichen Personen so süß wie Honig erscheint.
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Weihai - Ursprung des Taoismus Die ostchinesische Küstenstadt Weihai, Heimat von vier unserer Artisten, liegt am östlichen Zipfel einer 1000 Kilometer langen Küstenlinie der Provinz Shandong. Die rund 2,5 Millionen Einwohner haben von vielen Punkten in der Stadt einen wunderbaren Meerblick und überhaupt ist das Meer ein untrennbarer Teil der Stadtlandschaft. Vor der Küste liegen rund 100 kleinere Inseln und die wohl bekannteste über den der Volksmund sagt, dass dort die Götter wohnen, ist die Liugong-Insel. Das maritime Klima und die zu etwa 80 Prozent von Bäumen und Grünflächen bedeckte Innenstadt machen Weihai zum perfekten Erholungsort. Aber auch dutzende von Thermalquellen, um die Kurstätten errichtet wurden, tragen ihren Teil dazu bei. Das Gebiet wurde 1898 über einen Zeitraum von 32 Jahren als Flottenstützpunkt an die Briten verpachtet. In dieser Zeit entstanden eine Anzahl von bemerkenswerten europäischen Gebäuden, aber auch der erste Golfplatz, der heute zu einer der anspruchvollsten in ganz Asien zählt. Den Briten verdankt die Stadt den Spitznamen Wei High. In den Weihai umgebenden Bergen mit ihren dichten Wäldern und tiefen Tälern, die unter einem Nebelschleier versteckt sind, liegt der Shengjing-Berg, der Berg der heiligen Schrift. Der taoistische Berg soll auch als der Ursprung der Quanzhen-Sekte (der Sekte der vollkommenen Wahrheit) bekannt sein. Auf dem Berggipfel steht ein riesiger Felsen, aus dem der gesamte Text des Tao teh king (Das Buch vom Weg und der Tugend) von Laotse, dem Begründer des Taoismus, eingeritzt steht. |
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| CIRCUSSCHULEN IN CHINA |
| TALENTSCHMIEDEN DER BESONDEREN ART |
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Der Chinesische Nationalcircus ist kein physisch existenter Circus. Es handelt sich hierbei vielmehr um ein Qualitätssiegel und ein Lable, welches verliehen wird für außerordentlich gute, talentierte und erfolgreiche chinesische Akrobatiktruppen, die diese immerhin 2000 Jahre alte Kultur im westlichen Ausland präsentieren. In China existieren ca. 1000 Circusgruppen. Fast alle sind dem Grunde nach staatlich und werden jeweils von den ortsansässigen Kulturorganisationen betreut. Die ungefähr 50 besten von diesen Gruppen bilden so etwas wie eine „erste Liga". Wenn man sich aus dem Pool dieser Truppen bedient, kann man mit recht behaupten, dass man die wohl besten Artisten Chinas präsentiert. Eine chinesische Circusgruppe ist durchaus mit einem Leistungszentrum im Sport zu vergleichen. Einem Kollektiv ähnlich leben dort vom Schüler bis zum Meister der Akrobatik bis zu 400 Personen verschiedenster Generationen zusammen unter einem Dach. Eine solche „Schule" oder „Truppe" ist aufgeteilt in drei Generationsgruppen. Wir haben die Gruppe der Lernenden, deren Mitglieder im Alter von 6-16 Jahren sind und unterrichtet werden in allen Sparten der chinesischen Akrobatik. Danach folgt die Gruppe der Auftretenden im Alter vom 17. bis zum maximal 30. Lebensjahr. Diese Gruppierung tritt auf und präsentiert das Gelernte auf unzähligen Wettbewerben im In- und Ausland als auch in den vielen nationalen und internationalen Tourneen. Nach dem 30. Lebens-jahr beginnt die Generation der Lehrenden. Hier übernehmen nun die Mitglieder der Gruppe neue andere Tätigkeiten, die von der Arbeit als Lehrer, Choreograph, Trainer, Kostümbildner bis hin zu Bürotätigkeiten reichen. Das ganze findet ohne jegliches Ranking in einem gut strukturierten Generationsvertrag statt. Vielleicht liegt auch hier eines der Geheimnisse und die Begründung für den internationalen Erfolg der chinesischen Akrobatik.
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